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Bilder Aktionen im März
 
Marlies aus Leipzig
Hallo ,

kennst du schon den Jane’s Walk? Ich zugegebenermaßen bisher nicht: Seit 2007 findet er jedes Jahr in etwa 40 Ländern der Welt statt und zwar in Gedenken an Jane Jacobs, die Erfinderin der 15-Minuten-Stadt.  

Die amerikanisch-kanadische Stadtforscherin, Publizistin und Aktivistin Jane Jacobs (1916 bis 2006) kritisierte schon 1961 in ihrem Buch „The Death and Life of Great American Cities“ die damals moderne Stadtplanung, die seit den 50ern begonnen hatte, alle Strukturen den Bedürfnissen der Autofahrenden zu unterwerfen. Stattdessen plädierte sie für lebendige, vielfältige Stadtviertel, in denen die Menschen wohnen, arbeiten und sich begegnen.

In denen alles, was im Alltag wichtig ist, innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichbar ist. Voraussetzung sind überschaubare Strukturen, soziale und funktionale Vielfalt sowie konsequente Bürgerbeteiligung. 

Der Jane’s Walk findet meist im Mai statt. Menschen erkunden auf gemeinsamen Spaziergängen ihre Stadt oder ihr Viertel zu Fuß, um herauszufinden, wie sie diese besser gestalten können.

In diesem Jahr war ich in Leipzig eingeladen, daran teilzunehmen und etwas über Paris zu erzählen. Das habe ich mit Begeisterung getan und mir überlegt: Das ist es doch! Wie für die Omas for Future gemacht, um unsere Geschichten von einer gelingenden Zukunft zu erzählen. Wir sollten an den Jane’s Walks teilnehmen, wo es sie schon gibt. Und da, wo es sie noch nicht gibt, selbst einen Jane’s Walk initiieren.

Was meinst du?  

Jane's Walk

„Städte können nur dann etwas für alle bieten,
wenn sie von allen mitgestaltet werden.“
 
  
Jane Jacobs 

Das findest du in dieser Ausgabe:

Gelingende Geschichte: Paris 
Regionalgruppen: Was geschah vor Ort?
Drei Fragen an: Annette in Berlin 
Umfrage: Dein schönster Moment beim Quiz? 
Quizmonat: Im Herbst wird gespielt! 
Und jetzt alle: Tag der Klimademokratie!

Gelingende Geschichte: Keine dicke Luft in Paris
Fotos vom Bundestreffen der O4F

Starten wir mit positiven Beispielen. Wir Omas for Future wollen in Zukunft gelingende Geschichten erzählen. Wo gibt es positive Beispiele von Städten und Gemeinden, in denen Umstrukturierung hin zur klima- und damit menschenfreundlichen Stadt bereits gelungen ist? Starten wir mit Paris.

Seit 2008 sind Stickstoffoxide in Paris um 50 Prozent, die Feinstaubbelastung sogar um 55 Prozent zurückgegangen und die Luft ist entsprechend klarer geworden. Das belegen Messungen von Airparif, einer Agentur des französischen Umweltministeriums.  

Während neun von zehn Erwachsenen in Frankreich ein Auto besitzen, sind es in Paris gerade mal drei von zehn. Und nur 4,3 Prozent der Wege werden hier mit dem Auto zurückgelegt – gegenüber 20 bis 25 Prozent in vielen anderen Städten, wie beispielsweise Berlin.  

Was ist passiert? 

Paris hat eine äußerst entschlossene Oberbürgermeisterin, Anne Hidalgo, die angesichts der einst ausgesprochen schlechten Luftqualität (mit regelmäßigem Smogalarm) in ihrer Stadt konsequent handelte. Paris ist nämlich mit 2,11 Millionen Einwohnern auf nur 105 km² Fläche eine der am dichtesten bevölkerten Großstädte der Welt.

Diese Enge führte bei gleichzeitig wenig Grün und hoher Autodichte zu dicker Luft. Hidalgo hat also konsequent die Autos aus der Stadt verdrängt. Ungefähr 200 Straßen sind inzwischen autofrei, darunter einst so dicht befahrene Verkehrsadern wie die Schnellstraße längs der Seine oder die Rue de Rivoli. Weitere 500 Straßen werden folgen. Auch aufgrund des parallelen Umbaus der Stadt zu einer 15-Minuten-Stadt wird das Auto immer unwichtiger.  

Gleichzeitig wird Paris grüner: Etwa 40 Prozent der unbebauten Fläche sollen peu à peu entsiegelt, Grünflächen angelegt und Gemeinschaftsgärten etabliert werden. Mitten in der Stadt sollen kleine Wälder entstehen, wie auf dem Place de Catalogne oder kleine Parks, wie jener der vor Notre Dame geplant ist.

Außerdem werden immer mehr Hinterhöfe, Schulhöfe und andere versiegelte Flächen begrünt und auf Dächern entstehen Dach-Farmen. Paris ist ein wunderbar inspirierendes Beispiel dafür, wie eine hektische Metropole mit hohem Verkehrsaufkommmen zu einer menschenfreundlichen, lebenswerten Stadt werden kann. 

Good News
Aus den Regionalgruppen

Die Omas for Future arbeiten bundesweit in rund 100 Regionalgruppen emsig und sehr engagiert für eine lebenswerte Zukunft für uns alle, besonders auch für die, die nach uns kommen. Dabei fällt uns immer wieder was Neues ein, wie wir die Menschen erreichen, neugierig machen, begeistern und inspirieren.

Regionalgruppen der Omas for Future in Aktion
Hier ein paar Beispiele aus dem Mai:

Politisch: Landsberger, Münchener und Gautinger Omas sind in Reichling mit 3.000 anderen Engagierten gegen Gasbohrungen in Bayern auf die Straße gegangen.  

Sauber: Demonstrativ putzten Omas aus Würzburg beim Zukunftsfest den Klima-Zeitstrahl in einer bildstarken Performance. Und in mehreren Regionen machten Omas Aktionen zum Thema weggeworfener Zigarettenreste. 

International: In Landsberg spielten Omas das Quiz mit großem Erfolg mit geflüchteten Menschen. 

Preisgekrönt: In Pinneberg gewannen wir den 3. Preis des Schleswig-Holstein-Klimathon. 

Kämpferisch: In Waterland (Niederlande) sind die Omas for Future in einem Comic als Kämpferinnen fürs Klima und gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft verewigt worden. 

Kreativ: Die Omas aus der Steiermark haben an einem Erasmus-Programm „Seniors for Change“ teilgenommen und gelernt, eigene Videos zu drehen und zu schneiden. 

 
Hans-Peter aus Bad Kreuznach
Drei Fragen an Annette
Regionalgruppe Berlin

Das Zukunftsquiz ist Teil unserer DNA. Es war eine der ersten Ideen der Gründerin Cordula Weimann mit dem Ziel, Menschen spielerisch und unterhaltsam darauf aufmerksam zu machen, wie sie in ihrem Alltag nachhaltiger und bewusster handeln und aktiv zu einer lebenswerteren Zukunft beitragen können. Annette Mohr aus der Regionalgruppe Berlin gehört zu denen, die dabei sind, dieses Quiz gezielt auch für Kinder weiterzuentwickeln. 

Wie seid ihr auf diese gute Idee gekommen?

Wir machen überall in Deutschland Infostände und da kommen immer auch viele Kinder zu uns. Die haben Spaß, das Glücksrad zu drehen oder wie bei uns in Berlin zu würfeln und wollen auch mitspielen.  Also haben ein paar von uns aus ganz Deutschland überlegt, wie wir Fragen kindgerechter formulieren und Themen zusammenstellen können, die für Kinder interessant sind. 

Habt ihr das Kinderquiz schon in Schulen gespielt? 

Nein, wir sind noch in der Entwicklungsphase. Wir können mit kleinen Kindern nicht zwei Stunden lang Quiz spielen. Also haben wir ein Rahmenprogramm gebastelt. Zum Beispiel zeigen wir erst einen kurzen Film, dann spielen wir das Quiz mit sechs Fragen und danach gibt es andere Spiele. Im Anschluss folgt eine zweite Runde nach demselben Schema. Zum Abschluss werden manchmal Klimabänder beschriftet.

Für die erste und zweite Klasse sind wir fast fertig und hoffen, das noch vor den Sommerferien an zwei Schulen in Berlin zu testen. Parallel arbeiten wir an Konzepten für andere Altersgruppen. Wenn also noch jemand eine kreative und einfach umzusetzende Idee hat – gerne her damit! 

Diese Quizentwicklung ist ein permanenter Prozess: Wir lernen ständig dazu und auch die Relevanz von Fragen verändert sich. Ab September hoffen wir in eine breitere Pilotphase einzusteigen. 

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, mit diesen Quizkonzepten auch andere Bevölkerungsgruppen anzusprechen, zum Beispiel geflüchtete oder eingewanderte Menschen? 

Das wurde bereits von einer anderen Regionalgruppe gemacht. Wir wollen hier in Berlin diese Idee gerne aufgreifen. Allerdings haben wir uns überlegt, dazu die Fragen aus dem Kinderquiz zu nehmen, da die einfach formuliert sind und das können dann vielleicht auch Leute verstehen, die noch nicht so perfekt Deutsch sprechen.

Wir wollen ganz gezielt alle möglichen Bevölkerungsgruppen einbeziehen, denn unsere Themen gehen schließlich alle an. 

Bilder von Hofgeismar im letzten Jahr
Umfrage: Was war dein schönster Moment beim Quiz? 

Wir haben kürzlich eine bundesweite Umfrage in allen Gruppen durchgeführt und gefragt: Was war dein schönster Quiz-Moment? Hier ein paar der zahlreichen Antworten darauf: 

„Die Erklärung bei Migrantinnen im Mehrgenerationenhaus, dass Leitungswasser in Deutschland bestens kontrolliert und gesünder als das teure Wasser in Flaschen ist (ein voller Aha-Moment, Erleichterung und Freude bei den Teilnehmenden).“ Landsberg 

 „Wenn die Mitspieler in ihrem Quizteam lebhaft diskutieren.“ München 

 „Als 30 Landfrauen mit Spaß an den Quizfragen geknobelt haben.“ Freiburg 

 „Als eine sehr alte Oma eine Woche, nachdem wir das Quiz gespielt haben, sagte: ,Was? Spielen wir das jetzt nicht jede Woche?‘“ Schwelm 

Das alles ist doch wunderbares Feedback! Also auf in die nächsten Quizrunden.

Der bundesweite Quizmonat kommt

Da passt doch der Quizmonat ganz wunderbar. Denn wir Omas for Future werden dieses Jahr vom 10.10. bis 11.11. einen bundesweiten Quizmonat veranstalten, in dem Quiz-Spiele vor Ort im Mittelpunkt stehen. Jede teilnehmende Regionalgruppe erhält ein kleines Dankeschön. Du oder deine Regionalgruppe haben Lust mitzumachen? Melde dich bei deiner Regionalgruppenbetreuung in Leipzig.

Oder du kennst eine Senioren-Begegnungsstätte, einen Verein, eine Bildungseinrichtung, Frauenzentrum oder andere Institution, wo wir das Quiz anbieten können? Melde dich einfach, wir bieten das Quiz kostenlos an. Alles was ihr braucht ist ein Raum mit Beamer und begeisterte Teilnehmende.

Quiz anfragen

Übrigens: im Juni bieten wir wieder eine Einführung zum Zukunftsquiz an. Unser Quizmaster Tommy nimmt sich Zeit für Tipps und Tricks.

16.07.2025, um 11 Uhr Einführung Zukunftsquiz (via Zoom)

Und jetzt alle zusammen: Tag der Klimademokratie! 

Wir Omas for Future sind Mitglied im Bündnis für Klimademokratie 2025, zusammen mit über 100 Verbänden und Initiativen. Am 14. Juni haben wir die Chance, in einen Dialog mit dem neuen Bundestag zu gehen: 

  • Wer setzt echten, gut finanzierten und sozial gerechten Klimaschutz um?  
  • Mit welchen konkreten Maßnahmen beenden wir die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas?  
  • Und welche Frage zum Thema Klimademokratie möchtest du gern stellen? 

Fast 40 Politikerinnen und Politiker der Grünen, Linken, SPD und CDU aus unterschiedlichen Bundesländern stellen sich unseren Fragen. 

Und so funktioniert es: 

  • Wähle Abgeordnete aus, die sich um ein Thema kümmern, das dich besonders interessiert oder aus deiner Region kommen. Pro Gespräch können bis zu 15 Personen gemeinsam eine:n Politiker:in treffen. Die Gespräche finden  online  statt. Du kannst mit einem Computer, Tablet oder Smartphone von Zuhause aus mitmachen.
  • Direkt nach deiner Anmeldung bekommst du per E-Mail die Infos zum Ablauf und Tipps zur Vorbereitung für dein Gespräch. 
  • Am Tag vor dem 14. Juni 2025 bekommst du die Zugangsdaten per E-Mail. 

Am 14. Juni geht‘s also ums Mitmachen. Ob du aktiv mitredest oder in den moderierten Gesprächsrunden zuhörst, kannst du später entscheiden. Wichtig ist, dass du dich jetzt schon anmeldest, um dabei zu sein. Denn zusammen sind wir viele!  

Mitmachen am 14. Juni 2025!
Forderungen der Midwives for Future

Von den Midwives (Hebammen) for Future hat uns kurz vor Redaktionsschluss noch der folgende Aufruf erreicht: Ökologische Krisen wie Erderhitzung und Luftverschmutzung und Extremwetterereignisse führen zu einem Anstieg von Frühgeburten, Infektionskrankheiten, psychischen Belastungen und chronischen Erkrankungen bei Kindern. Die gesundheitlichen Folgen sind tiefgreifend. 

Deshalb fordern die Hebammen:

  • Entwicklung und Umsetzung von Notfallplänen zum Hitzeschutz für Schwangere und Familien
  • Ausbau der kommunalen Gesundheitsversorgung durch geschultes Fachpersonal
  • Mehr Aufklärung und Förderung von Familien beim Thema Stillen und ein gesicherter Zugang zu gesunder Ernährung
  • Bildungskampagnen sowohl für Fachpersonal als auch die breite Bevölkerung über Anpassungsstrategien und Infektionsschutz
  • Kostenloser Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • Förderung von Forschung und Monitoring zum Einfluss der Klimakrise auf Mutter und Kind
Jetzt unterschreiben!
 

Soweit für heute. Bis zum nächsten Mal. 

Herzliche Grüße aus Leipzig  
Eure Marlies 

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